Die Nordküste Islands blickt auf die Grönlandsee; zwischen ihren Landspitzen und dem Packeis liegt nichts als offenes Wasser. Tiefe Fjorde schneiden hier ins Land – der längste, der Eyjafjörður, reicht 60 km landeinwärts bis Akureyri, der Hauptstadt der Region mit rund 20.000 Einwohnern –, und das kalte, nährstoffreiche Meer davor lockt Buckelwale, Zwergwale und gelegentlich Blauwale bis auf eine kurze Bootsfahrt an die Häfen heran. Islands einziges wirklich arktisches Stück Land liegt direkt vor der Küste: die Insel Grímsey, durch die der Polarkreis verläuft.
Im Landesinneren tritt der Mittelatlantische Rücken an Land, in einer Landschaft aus Kratern, dampfenden Spalten, Lavafeldern und einigen der mächtigsten Wasserfälle Europas. Die klassische Rundstrecke, der sogenannte Diamantring, verbindet Húsavík, die Schlucht Ásbyrgi, den Dettifoss, den Mývatn und den Goðafoss in ein bis zwei Tagen. Verglichen mit Grönland oder Spitzbergen ist dies der sanfteste und günstigste Einstieg in die nördlichen Meere, mit guten Straßen, heißen Becken und vielen Touren.
Höhepunkte
- Springende Buckelwale in der Bucht Skjálfandi vor Húsavík
- Den Polarkreis auf Grímsey überqueren, inmitten Tausender Papageitaucher
- Das Tosen des Dettifoss und das Hufeisen des Goðafoss
- Pseudokrater, Lavasäulen und Schlammtöpfe rund um den Mývatn
- Im Thermalwasser über dem Meer baden, im GeoSea oder in der Forest Lagoon
- Polarlichter über dem Fjord von September bis April
Nordisland: die Zeit richtig einteilen
Drei Nächte in Akureyri reichen für eine Walfahrt sowie für die Mývatn-Region und den Goðafoss auf Tagestouren. Mit Mietwagen teilt man die Zeit besser auf: ein oder zwei Nächte in Akureyri, eine in Húsavík und eine am Mývatn, so lässt sich der Diamantring ohne Hetze fahren. Grímsey braucht einen ganzen Tag mit Fähre oder Flugzeug und stabiles Wetter. Im Winter ist Akureyri der richtige Standort – die Straßen überlässt man dann den Tourveranstaltern.



